Pressemitteilung

Welt-Thrombose-Tag am 13. Oktober 2024

Frauen doppelt so häufig von Thrombosen betroffen wie Männer

Karlsruhe – Eine Thrombose kann jeden treffen, und sie kann gefährliche Folgen haben: Besonders tückisch ist die tiefe Beinvenenthrombose (TVT), die sich unbemerkt entwickelt und zu einer lebensgefährlichen Lungenembolie führen kann. Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. (DGG) wies bei ihrer Pressekonferenz, die am 9. Oktober 2024 im Rahmen der 40. DGG-Jahrestagung stattfand, darauf hin, dass vor allem Frauen häufig von Thrombosen betroffen sind: Hormonelle Veränderungen durch die Einnahme einer Antibabypille, in der Schwangerschaft und den Wechseljahren erhöhen das Thrombose-Risiko deutlich. Anlässlich des Welt-Thrombose-Tages am 13. Oktober 2024 fordert die DGG, das Thema Thromboserisiko bei Frauen stärker in den Fokus zu rücken.

Jedes Jahr erleidet etwa einer von 1000 Erwachsenen in Deutschland erstmals eine tiefe Beinvenenthrombose. Dabei bildet sich ein Blutgerinnsel in den tiefen Beinvenen. Dieses kann den Blutfluss behindern und zu schwerwiegenden Komplikationen wie einer lebensbedrohlichen Lungenembolie führen. „Eine Thrombose kann prinzipiell jeden treffen. Frauen sind jedoch besonders gefährdet: Sie erkranken doppelt so häufig an einer Thrombose wie Männer“, erklärt Dr. med. Kerstin Schick, Gefäßchirurgin aus München und Expertin der DGG. Hormonelle Einflüsse, die insbesondere Frauen betreffen, seien ein wesentlicher Risikofaktor, der oft übersehen werde, so die Vorsitzende des Berufsverbands der Phlebologen und Lymphologen e.V. (BVPL) und stellvertretende Vorsitzende des Berufsverbands der niedergelassenen Gefäßchirurgen e.V. (BNG). Unabhängig vom Geschlecht gibt es bestimmte Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Beinvenenthrombose erhöhen. Dazu gehören hohes Alter, Bewegungsmangel, Verletzungen oder Operationen, Rauchen, Übergewicht und chronische Erkrankungen wie Krebs.

Hormonelle Veränderungen bei Frauen begünstigen Thrombose 

Frauen haben ein erhöhtes Risiko, an einer Beinvenenthrombose zu erkranken. „Grund dafür sind hormonelle Veränderungen wie die Einnahme der Antibabypille oder eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren. Diese beeinflussen die Blutgerinnung und erhöhen das Thromboserisiko deutlich“, warnt Schick. Auch in der Schwangerschaft ist das Risiko für eine Thrombose besonders hoch: „Schwangere Frauen sind deutlich anfälliger für Thrombosen, weil das Blut in der Schwangerschaft leichter und schneller gerinnt und die Venenwände elastischer sind. Zudem drückt das wachsende Baby auf die Venen im Beckenbereich, was den Blutfluss verlangsamt. Dies begünstigt die Bildung eines Blutgerinnsels.“

Warnzeichen einer Thrombose ernst nehmen 

Eine tiefe Venenthrombose beginnt oft schleichend mit Symptomen wie einem leichten Ziehen, Schwellungen oder einem Spannungsgefühl im Bein. „Wer Schmerzen, Schwellungen oder Verfärbungen im Bein bemerkt, sollte unverzüglich einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen“, rät die Gefäßmedizinerin. Denn unbehandelt kann eine Thrombose schwerwiegende Folgen haben. Besonders gefährlich ist die Lungenembolie, die entsteht, wenn ein Blutgerinnsel aus den Beinen in die Lunge wandert und dort ein Blutgefäß verstopft. Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 40 000 Menschen an den Folgen einer Lungenembolie.

Vorbeugung und Therapie: So lässt sich das Risiko senken 

Zum Glück gibt es gute Möglichkeiten, eine Thrombose zu behandeln, sodass sie möglichst nicht zu schwerwiegenden Folgen führt. Noch besser ist es, ihr vorzubeugen: Regelmäßige Bewegung, das Vermeiden von langem Sitzen und das Tragen von Kompressionsstrümpfen sind einfache, aber wirksame Maßnahmen. „Vor allem Frauen sollten sich der Risiken bewusst sein und mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin sprechen, wenn sie hormonelle Verhütungsmittel einnehmen, schwanger sind oder sich in den Wechseljahren befinden“, rät Schick. 

Anlässlich des Welt-Thrombose-Tages am 13. Oktober 2024 ruft die DGG dazu auf, das Bewusstsein für Thrombosen und ihre Risikofaktoren zu schärfen – insbesondere bei Frauen! „Frauen müssen ihre persönliche Gefährdung kennen und aktiv vorbeugen, um das Thromboserisiko zu minimieren“, betont Schick. 

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Pressemappe unter www.gefaesschirurgie.de/die-dgg/presse. Hier finden Sie auch den Mitschnitt der Pressekonferenz.

Terminhinweis: 5. Karlsruher Präventionsgespräch im Rahmen der 40. DGG-Jahrestagung 

Termin: Samstag, 12. Oktober 2024, 10:00 bis 12:30 Uhr 
Ort: Aktionshalle Messe Karlsruhe

Das 5. Karlsruher Präventionsgespräch ist eine öffentliche Veranstaltung für interessierte Ärztinnen und Ärzte, Patientinnen und Patienten und alle an Gesundheitsprävention Interessierten. Die Teilnehmenden erwarten Vorträge zu unterschiedlichen Themen, unter anderem zu tiefen Venenthrombosen, ihren Folgen, Risikofaktoren und modernen Therapiemöglichkeiten. 

Weitere Informationen unter www.gefaesschirurgie.de/diedgg/aktuelles/nachricht/welt-thrombose-tag-2024

 

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