Gefäßerkrankungen sind häufig, oft schwerwiegend und für Betroffene mit erheblichen Folgen verbunden – für Lebensqualität, Selbstständigkeit und Lebenserwartung. Gleichzeitig wird die Gefäßmedizin durch neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten immer komplexer. „Gefäße führen eher ein verborgenes Dasein. Meist werden sie erst wahrgenommen, wenn etwas nicht mehr funktioniert“, sagte Prof. Dr. med. Farzin Adili in seiner Laudatio. Umso wichtiger seien Journalistinnen und Journalisten, „die sie sichtbar machen und Medizin so erzählen, dass Menschen verstehen, was für ihre Gesundheit wichtig ist“. Die drei ausgezeichneten Arbeiten zeigen, wie das gelingen kann.
Den 1. Preis erhielt Niels Walker vom NDR-Gesundheitsmagazin Visite für seinen Fernsehbeitrag „Schaufensterkrankheit: Ursache, Symptome & Behandlung“. Im Mittelpunkt steht die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), ein weit verbreitetes und noch immer unterschätztes Krankheitsbild der Gefäßmedizin. Die Sendung erläutert verständlich, wie die Erkrankung erkannt und behandelt wird, und zeigt den Weg von Prävention und konservativer Therapie über Gefäßsport bis hin zu operativen Eingriffen. Nach Einschätzung der Jury zeichnet sich der Beitrag insbesondere durch seinen hohen Präventions- und Nutzwert aus und bietet Betroffenen konkrete Orientierung.
Mit dem 2. Preis wurde Kathrin Schwarze-Reiter für ihre Reportage „Riss in der Lebensader“ im Stern ausgezeichnet. Die Autorin begleitet die Versorgung einer Aortendissektion und vermittelt Einblicke in Diagnostik, endovaskuläre Behandlung, die Arbeit im Hybrid-OP sowie die interdisziplinäre Nachsorge. Darüber hinaus thematisiert die Reportage die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose, insbesondere bei Frauen. Die Jury würdigte die hohe fachliche Relevanz und die anschauliche Darstellung moderner Gefäßchirurgie.
Der 3. Preis ging an Katrin Schulze vom Tagesspiegel für ihren Beitrag „Mehr ist dem Körper nicht zuzumuten“. Darin schildert sie die Situation eines Patienten vor einem hochkomplexen Eingriff an der Aorta. Der Artikel macht nachvollziehbar, welche Anforderungen, Risiken und Nachsorgebedarfe mit einer offenen Aortenchirurgie verbunden sind und welche Belastungen ein solcher Eingriff für Betroffene mit sich bringt. Die Jury bewertete die Arbeit als fachlich fundiert und journalistisch überzeugend umgesetzt. Besonders hervorgehoben wurde die gelungene Verbindung medizinischer Information mit der Perspektive des Patienten.
Auszeichnung und Preisvergabe
Über die Preisvergabe entschied eine Jury aus Journalismus und Medizin. Bewertet wurden die Beiträge insbesondere nach journalistischer Qualität, fachlicher Richtigkeit und Relevanz des Themas. Bewerben konnten sich Journalistinnen und Journalisten mit deutschsprachigen, bislang nicht prämierten Beiträgen aus Print, Online, TV, Hörfunk oder Podcast, die zwischen dem 1. Januar 2024 und dem 31. Dezember 2025 veröffentlicht wurden.
Mit dem DGG-Medienpreis möchte die Fachgesellschaft auch künftig qualitativ hochwertigen Gesundheitsjournalismus fördern und die evidenzbasierte Aufklärung über Gefäßerkrankungen, Prävention und moderne Behandlungsmöglichkeiten stärken. Mit 32 Einreichungen stieß die erstmalige Ausschreibung des DGG-Medienpreises auf eine erfreuliche Resonanz. Die DGG dankt allen Journalistinnen und Journalisten, die sich an der Premiere des Wettbewerbs beteiligt haben.
Bei Abdruck Beleg erbeten.
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