Exzellenz-Akademie

Die Gefäßchirurgie ist ein sehr schnell wachsendes Fach, das sich durch die medizinische und technische Weiterentwicklung und die in der Versorgung gefäßmedizinischer Patienten in den letzten Jahren stark entwickelt hat. Es gibt in den knapp 2000 Krankenhäusern in Deutschland mehr als 200 selbständige Kliniken und eine Vielzahl von gefäßchirurgischen Abteilungen und mehr als 120 Gefäßzentren. Die gefäßchirurgische Versorgung und Ausbildung werden in Deutschland in großem Maße in großen und mittleren Krankenhäusern dezentral durchgeführt und es fehlen im Vergleich zu anderen Ländern eine starke interdisziplinäre Vernetzung und ein breiter Meinungsaustausch. Für die Stellung der Gefäßchirurgie an den Universitäten und in den Fakultäten besteht im Vergleich zur Bedeutung des Faches in der klinischen Versorgung noch ein deutliches Verbesserungspotential. Es gibt derzeit nur 6 W3 Stellen und 13 selbständige universitäre Abteilungen/Kliniken für Gefäßchirurgie in Deutschland. Es gibt damit zu wenig eigenständige universitäre Standorte, die die Möglichkeit zu wissenschaftlicher Arbeit und akademischer Lehre und damit der Grundlage der akademischen Weiterentwicklung bieten.

Ein Erhalt der Lehrstühle für Gefäßchirurgie (W3) ist in großem Maße davon abhängig, dass ein gut ausgebildeter akademischer Nachwuchs zur Verfügung steht, um den Fakultäten keine Handhabe zur Streichung dieser wichtigen akademischen Stellen Vorschub zu leisten. Neben dem Erhalt der Lehrstühle für Gefäßchirurgie ist es wichtig, auch an den anderen Universitäten eigenständige Klinken oder neue W3-Stellen zu etablieren.

Es ist damit notwendig junge hochmotivierte Kollegen zu identifizieren, auszubilden und spezifisch zu fördern um die zentralen Tätigkeitsbereiche der universitären Chefärzte mit hochrangiger Forschung, Drittmitteleinwerbung, qualifizierter studentischer Lehre, guter strukturierter Facharztweiterbildung und medizinische Spitzenversorgung fundiert anbieten zu können.

Zusätzliche Voraussetzungen für eine Klinikleitung und Chefarztposition sind eine gute Mitarbeitergewinnung und –führung, Planung und Durchführung von Fort- und Weiterbildungen, Beherrschen von Marketinginstrumenten und Zuweiserpflege und Interesse an strategischen und berufspolitischen Entwicklungen. Des Weiteren sind Kenntnisse zur Budgetverantwortung unabdingbar und es ist notwendig, Lobbyarbeit am Standort zur Stärkung der Gefäßchirurgie durchzuführen. Auch für die Besetzung von Chefarztstellen ist es notwendig, über die reine gefäßchirurgische Ausbildung hinaus in der Personalführung und Leitungsqualifikation ausreichend qualifizierte Gefäßchirurgen auszubilden.

Aus den genannten Gründen ist es für die Weiterentwicklung der Gefäßchirurgie zentral, eine intensive Nachwuchsförderung sowohl für die akademische Gefäßchirurgie und damit Besetzung der universitären Stellen, aber auch für die Besetzung von Chefarzt- und leitende Arztstellen durchzuführen. Die DGG sieht es aus diesem Grund als eine ihrer wichtigsten Aufgaben an, hier die akademischen Kandidaten für den akademischen Nachwuchs und leitende Krankenhausstellung aktiv zu unterstützen und auszubilden. Aus diesem Grund etabliert die DGG eine Exzellenz-Akademie zur Identifikation von potentiellen Kandidaten, Ausbildung und Unterstützung bei der Bewerbung für akademische Stellen und Chefarztstellen.

  • Mitgliedschaft in der DGG e.V.
  • Facharzt für Gefäßchirurgie oder durch den Vorgesetzten des Bewerbers bestätigte Facharztreife
  • Habilitation oder angestrebte Habilitation
  • Angestrebte akademische Leitungsfunktion (W3, W2) oder angestrebte Chefarztposition

Junge Kollegen/-innen, aus universitären aber auch nicht-universitären Einrichtung, die bereits habilitiert sind oder eine Habilitation anstreben, können Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen (Papierform und PDF) ab dem 1.10.2017 an den Vizepräsidenten (Prof. Dr. M. Steinbauer) oder den Sekretär (PD Dr. F. Adili) der DGG e.V. senden und einreichen.  Die Unterlagen sollten folgende Informationen enthalten:

  • Unterstützungsschreiben des jeweiligen Chefarztes / Akademischen Leiters
  • Motivationsschreiben mit Darlegung der längerfristigen persönlichen und medizinischen/akademischen Ziele
  • Lebenslauf
  • Operationsverzeichnis
  • Publikations-/Schriftenverzeichnis
  • Verzeichnis der Vorträge
  • Laufende/geplante Forschungsprojekte, ggf. Drittmitteleinwerbungen

Nach Aufnahme in die Exzellenzakademie wird dem Mitglied ein akademischer Mentor zur Seite gestellt, der die Stärken des Bewerbers und dessen Verbesserungspotential mit dem Bewerber evaluiert.

Im Rahmen des Gespräches mit dem Mentor werden die Weiterbildungsinhalte und die geplanten Aktivitäten besprochen und in einer jährlichen Zielvereinbarung festgehalten. In einem Modulsystem sollen frühzeitig und über mehrere Jahre hinweg spezielle Ausbildungsinhalte vermittelt werden und der Bewerber weiterentwickelt und vorangebracht werden.

Modulinhalte der Weiterentwicklung

  1. Führungskompetenz inklusive Grundlagen des Arbeitsrechts
  2. Gesprächsführung, Personalführung, Konfliktlösung
  3. Forschungskompetenz (Projektplanung, Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten und Anträgen, Drittmitteleinwerbung)
  4. Didaktische und bildungswissenschaftliche Fähigkeiten
  5. Betriebswirtschaftliche Kompetenz
  6. Kompetenzen bezüglich der Bewerbung und Berufungsverhandlungen

Die Kompetenzen können sowohl über das Kurssystem der Akademie der DGG, als auch durch aktives Mentoring und Einbindung in die Kongressorganisation der verschiedenen Veranstaltungen der DGG (Frühjahrstagung, Jahrestagung, Forschungstage) weiterentwickelt werden.

Zusätzlich zu den Ausbildungsinhalten sollen sowohl durch den Mentor als auch durch den Chefarzt weitere Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen werden

Zusätzliche Möglichkeiten der Weiterentwicklung

1. Kamingespräche mit dem Mentor

2. Kollegiale Beratung, individuelles Coaching

3. Hospitationen im Ausland

4. Netzwerkbildung der potentiellen Akademiemitglieder untereinander

5. Netzwerkbildung über die Gefäßchirurgie hinaus (z.B. im Rahmen der chirurgischen Forschungstage und der Frühjahrstagung)

Zur Zwischenevaluation erfolgt ein jährliches Mentoring-Gespräch und eine erneute Vorstellung des Ausbildungsfortschrittes des Mitglieds der DGG Exzellenzakademie. Der Fortschritt in den folgenden Bereichen soll vorgestellt werden: operativ/endovaskuläre Ausbildung, Weiterentwicklung bezüglich der wissenschaftlichen Leistungen (Publikationen, Vorträge, Drittmitteleinwerbung), geplante oder erfolgreiche Drittmittelakquise (Unterstützung bei BMFT und DGG-Anträgen), Vorstellung der aktiven Teilnahme an Kongressen und Fortbildungen (Vorträge, Vorsitz, Organisation).

Die Bewerber und Mitglieder der Exzellenzakademie erhalten einmal jährlich eine Förderung in Höhe von 250,00 EUR für die Reisekosten und 100,00 EUR für die Übernachtung. Die Förderung erfolgt für maximal drei Jahre. Darüber hinaus sollen die Akademiemitglieder als Referenten, Vorsitzende und Tutoren auf den Veranstaltungen der DGG eingesetzt werden und können damit die Reisekosten über die DGG/Private Akademie abrechnen.

Mit der Aufnahme in die Exzellenzakademie wird ein Ausbildungsvertrag zwischen dem Mitglied und der DGG/Mentor geschlossen, der zum einen die Ausbildung regelt und zum anderen eine Abwerbung der Mitglieder verhindern soll.

Die Entwicklung der Exzellenz-Akademie wird als abgeschlossen betrachtet, wenn das Mitglied der Exzellenz-Akademie eine unterstützte Bewerbung um eine akademische/Chefarztstelle eingereicht hat oder erfolgreich abgeschlossen hat. Die erfolgreiche Teilnahme an der Exzellenz-Akademie wird mit einem Zertifikat der DGG dokumentiert und darf von dem Mitglied entsprechend bei weiteren Bewerbungen verwendet werden.

Darüber hinaus kann die Mitgliedschaft in der Exzellenzakademie von beiden Seiten beendet werden, wenn z.B. eine akademische Leitungsfunktion (W3, W2) oder Chefarztposition nicht mehr angestrebt wird oder die in den Zielvereinbarungen besprochenen Ausbildungen/Projekte nicht ausreichend erfüllt werden.

  • Frau Dr. Kristina Korsake
  • Frau Dr. Daphne Gray
  • Dr. Asamakis Gremoutis
  • Dr. Wojciech Derwich
  • PD Dr. Christian Uhl