Newsletter des Präsidenten und des Vorstandes der DGG zur aktuellen Situation: SARS-CoV-2 / Corona-Virus

15.03.20

Liebe Mitglieder der DGG,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir alle erleben derzeit - privat wie beruflich - bewegte und unsichere Zeiten, die uns mit atemberaubender Dynamik vor Herausforderungen stellen, die wohl die Wenigsten von uns bisher in dieser Weise kennengelernt haben und bewältigen mussten.

Die rasante Entwicklung der COVID-19 Pandemie hat die Verantwortlichen in Politik, Gesellschaft und in den Krankenhäusern zu außerordentlichen Maßnahmen veranlasst.


Als medizinische Fachgesellschaft sehen wir uns in einer besonderen Verantwortung, politisch, sozial, medizinisch-ethisch und fachlich Stellung zu beziehen und allen, die sich mit Anliegen und Fragen an uns wenden, mit Rat und Tat beizustehen.

Vor diesem Hintergrund möchten wir folgende Informationen an Sie weitergeben:

Der Chirurgenkongress /DCK 2020 und die darin eingebundene Frühjahrestagung der DGG vom 21.4 bis 24.4.2020 in Berlin wurde vom Präsidenten der DGCH, Herrn Prof. Schmitz-Rixen, abgesagt. Damit wird der Verantwortung Rechnung getragen, ein mögliches Infektionsrisiko mit nachfolgender potentieller Quarantäne einer Majorität des Personals chirurgischer Kliniken in den deutschsprachigen Ländern Europas einschließlich deren Führungskräften auszuschließen. Wir bedauern außerordentlich die Annullierung des Kongresses, unterstützen und befürworten aber diese Entscheidung aus den genannten Gründen uneingeschränkt.

Der Vorstand der DGG geht in enger Absprache mit MCON  davon aus, dass sowohl die 5. Sommerakademie vom 22.6. bis 26.6.2020 in Berlin als auch die 36. Jahrestagung der DGG in Bremen vom 22.9. bis 26.9.2020 stattfinden kann und wird.

Wir bitten um Verständnis, dass es in der Geschäftsstelle der DGG, im Rahmen der derzeit zu priorisierenden Aufgaben, zu Verzögerungen Ihrer individuellen Belange kommen kann.

Die DGG rät ebenfalls dazu, Dienstreisen zu Tagungen, Kongressen bis auf weiteres möglichst zu vermeiden. Entscheidend sind hier aber die allgemeinen Vorgaben und die Absprachen mit ihrem Arbeitgeber und Dienstvorgesetzten. Geplante DGGKommissionsitzungen sollten bitte ebenfalls verschoben, bzw. alternativ auf Telefonkonferenzen ausgewichen werden.

Im Zusammenhang mit allen Fragen zur COVID-19-Pandemie, Hygieneempfehlungen etc. verweist die DGG auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (www.rki.de)

Die DGG empfiehlt, sich bezüglich aller besonderen planerischen, organisatorischen und arbeitsrechtlichen Fragen mit den jeweiligen Krisenstäben, Kommissionen und Entscheidungsträgern ihres Krankenhauses vor Ort eng abzustimmen.

Der Aufforderung des Bundes, der Länder bzw. Ihres Dienstherrn, elektive operative bzw. interventionelle Eingriffe zu verschieben, sollten Sie im Einklang mit den Verordnungen und Verfahrensanweisungen vor Ort nachkommen. Dort, wo Sie aufgrund der medizinischen Notwendigkeit eine Indikation zur Therapie sehen, empfehlen wir Ihnen, schon allein aus Transparenzgründen, für Ihre Abteilung bzw. Behandlungseinheit eine schriftliche Kategorisierung bzw. Priorisierung der Behandlungsindikationen zu erstellen und intern zugänglich zu machen. Zu Ihrer Orientierung haben wir beispielhaft einen
Vorschlag aus der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg verlinkt, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat und Sie auch nicht von der eigenen Verantwortung für die Entscheidungsfindung in Absprache mit ihrem Dienstherren, den kooperierenden Abteilungen und den Rahmenbedingungen am eigenen Standort entbindet.

Wir hoffen sehr, Sie weiterhin bei der Bewältigung der aktuellen Krisensituation in Ihren Einrichtungen unterstützen zu können und sind uns sehr bewusst, dass Sie alle vor großen organisatorischen und klinischen Herausforderungen stehen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Mitarbeitern alles Gute und viel Gesundheit.

Wir werden Sie über die Homepage der DGG zu den weiteren Entwicklungen und Entscheidungen auf dem Laufenden halten und verbleiben mit der ausdrücklichen Bitte um Ihr Verständnis für unsere Entscheidung in der jetzigen Situation.

Mit besten Grüßen aus Berlin/Heidelberg
Ihr
Mit freundlichen Grüßen

Univ. Prof. Dr. med. Dittmar Böckler
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin

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