Kommission Diabetischer Fuß

Die Zahl der Diabetiker in Deutschland wird auf 8 Millionen geschätzt. Der Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Er ist wegen seiner Spätfolgen, z.B. dem diabetischen Fußsyndrom (DFS), ein wachsendes gesundheitspolitisches und –ökonomisches Problem.

Durch Bemühungen verschiedener medizinischer Fachgebiete um Prävention, frühzeitige Diagnostik und adäquate Wundbehandlung ist in Deutschland eine Tendenz zur Senkung der hohen Amputationszahlen bei Menschen mit Diabetes auf jährlich ca. 15.000 Majoramputationen zu erkennen. Wenn früher als bisher an Durchblutungsstörungen gedacht wird, können die Amputationsraten unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten der arteriellen Revaskularisation um bis zu 80 % gesenkt werden. Voraussetzung dazu ist ein interdisziplinärer, zentrumsbetonter Behandlungsansatz. Neben physischen und psychologischen Vorteilen für die betroffenen Patienten könnte dies enorme Auswirkungen auf die Folgekosten (Pflegefälle) für die Solidargemeinschaft haben. 

Kontakt

Prof. Dr. med. Gerhard Rümenapf

Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus

Chirurgische Abteilung

Hilgardstr. 26

67346 Speyer

Tel: 06232 22-1422
Fax: 06232 22-1421

Email: gerhard.ruemenapf [at] diakonissen-speyer.de

Zurzeit sind in Deutschland etwa 80.000 Patienten auf eine chronische Nierenersatztherapie angewiesen, ca. 80% davon auf die Hämodialyse. Die Zahl der Betroffenen wächst, wie in allen industrialisierten Ländern, auch bei uns deutlich (ca. 5%/Jahr). Ursachen sind die demographische Entwicklung und der rasch zunehmende Anteil von Diabetikern in unserer Gesellschaft. Dieser Entwicklung Rechnung tragend haben national und international die an der Behandlung beteiligten medizinischen Fachgesellschaften (Nephrologen, Radiologen, Angiologen, Gefäßchirurgen) ihre edukatorischen und wissenschaftlichen Programme um die Thematik erweitert – so auch die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin. Im Jahr 2010 wurde folgerichtig die Kommission „Dialysezugänge“ neu gegründet.

Die Kommission Dialysezugänge ist unsere jüngste Kommission und wurde in 2011 offiziell aufgestellt. Der ehemalige Leiter der Kommission hat maßgeblich die Leitlinien „Shuntchirurgie“ der DGG mit erarbeitet. Gleichzeitig war er zusammen mit weiteren Gefäßchirurgen sowie mit Delegierten der Deutschen Gesellschaften für Angiologie (DGA), Interventionellen Radiologie (DEGIR) und Nephrologie (DGfN) an der Erstellung interdisziplinärer Empfehlungen beteiligt. In Zusammenarbeit mit Vertretern der nephrologischen Pflege und den genannten Fachgesellschaften entstanden „Pflegeempfehlungen zum Thema Dialysezugänge“.

Auf diesen Vorarbeiten aufbauend hat sich die Kommission „Dialysezugänge“ unter neuer Leitung als nächste Aufgabe, wiederum im engen Dialog mit den genannten Fachgesellschaften, die Etablierung gemeinsamer Qualitätsstandards zur Zertifizierung interdisziplinärer Zentren für Dialysezugänge gestellt. Gemeinsam mit der DGfN, der DGA und der DeGIR wurde ein Katalog zur Abfrage inhaltlicher und struktureller Kriterien für den Zertifizierungsprozess entwickelt und konsentiert. Die Präambel dieses Konsens definiert als zentrale Aufgabe, eine qualitativ hochwertige und flächendeckende Bedarfsdeckung bei der Anlage und dem Erhalt von Hämodialysezugängen zu erreichen. Inhaltlich wird dieses Ziel durch die Möglichkeit einer Abstufung des Zertifizierungslevels in Regional- und Referenzzentren realisiert. Seit Sommer 2016 ist es jetzt möglich nach diesem Konzept sich als Shuntzentrum interdisziplinär zertifizieren zu lassen. Zukünftiger Meilenstein der Zertifizierung ist ein Register zur Qualitätskontrolle, das erstmalig repräsentative Daten zu Dialysezugängen in Deutschland bieten wird