Kommission Diabetischer Fuß

Der Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Die Zahl der Diabetiker in Deutschland wird auf 8 Millionen geschätzt. Alle drei Jahre steigt Ihre Zahl um 1 Million. Der Diabetes mellitus ist somit ein wachsendes gesundheitspolitisches und - ökonomisches Problem.
Wegen der neuropathischen und angiopathischen Spätfolgen steigt die Zahl der Patienten, die an einem diabetischen Fußsyndrom (DFS) erkranken, kontinuierlich an. Trotz intensiver Bemühungen der verschiedensten medizinischen Fachgebiete um Prävention, frühzeitige Diagnostik und adäquate Wundbehandlung werden jährlich über 20.000 Majoramputationen bei Diabetikern in Deutschland durchgeführt. Würde früher als bisher an Durchblutungsstörungen gedacht, könnten die Amputationsraten unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten der arteriellen Revaskularisation um bis zu 80% gesenkt werden. Neben physischen und psychologischen Vorteilen für die betroffenen Patienten hätte dies ernorme Auswirkungen auf die Folgekosten (Pflegefälle) für die Solidargemeinschaft. Voraussetzung dazu ist ein interdisziplinärer, zentrumbetonter Behandlungseinsatz.

Kontakt

Prof. Dr. med. Gerhard Rümenapf

Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus

Chirurgische Abteilung

Hilgardstr. 26

67346 Speyer

Tel: 06232 22-1422
Fax: 06232 22-1421

Email: gerhard.ruemenapf [at] diakonissen-speyer.de

Die Arbeitsgruppe Diabetischer Fuß der DGG besteht seit 2002. Es wurden mehrere Artikelserien über den diabetischen Fuß publiziert (Gefäßchirurgie 2002, Zentralblatt für Chirurgie 2003). Ende 2004 erschien der Artikel "Gefäßchirurgie bei Diabetikern mit Fußproblemen" im Deutschen Ärzteblatt. Diese Aktivitäten der Kommission Diabetischer Fuß haben zur Akzeptanz der Gefäßchirurgie bei Diabetikern beigetragen und dazu geführt, dass die DGG von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zur Mitarbeit eingeladen wurde. Dies betraf einerseits die Entwicklung der Nationalen Versorgungsleitlinien (NVL) für Typ-2-Diabetiker im ÄZQ in Berlin, andererseits die Mitarbeit an der Neufassung der evidenzbasierten Leitlinie Diabetischer Fuß der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Dies hat zu mehreren Publikationen geführt. Die Kommission wird an den Neufassungen dieser interdisziplinären Leitlinien auch in Zukunft beteiligt sein.
Die Aktivitäten haben zur Einladung geführt, an der S3-Leitlinie pAVK der Deutschen gesellschaft für Angiologie (DGA) mitzuschrieben, zumal die meisten Patienten mit kritischer Ischämie heute Diabetiker sind. Diese Arbeit wurde zusammen mit Herren Prof. Dr. med. K. Balzer (Mülheim) und Prof. Dr. med. W. Schmiedt (Mainz) gemacht. Aus dieser Leitliniearbeit der Kommission Diabetischer Fuß haben sich Publikationen in den zeitschriften "Der Diabetologie" und "Der Orthopäde" ergeben, des Weiteren ein Beitrag über dinterdisziplinäre Behandlung des DFS aus gefäßchirurgischer Sicht in der Zeitschrift "Der Chirurg". Im Jahr 2010 folgte ein zweiteiliger Übersichtsartikel über das diabetische Fußsyndrom in der Zeitschrift "Gefäßchirurgie".
Nach vierjähriger Arbeit wurde die Nationale Versorgungsleitlinie "Nierenerkrankungen bei Diabetes im Erwachsenenalter" fertiggestellt. Sie ist seit Oktober 2010 im Internet verfügbar. Eine Kurzfassung zur Veröffentlichung im Deutschen Ärzteblatt ist in Vorbereitung, des Weiteren eine Publikation über diese NVL unter besonderer Berücksichtigung der Interessen des Gefäßchirurgen.
Da das diabetische Fußsyndrom nicht allein durch Revaskularisation behebbar ist, also Maßnahmen zur Sekundär- und Tertiärprophylaxe wichtig sind, ergaben sich wichtige Kooperationen der Kommission mit der AG Fuß der Deutsche Diabetes Gesellschaft hinsichtlich der langfristige Prognose von diabetischen Fußpatienten (Dr. S. Morbach, Marienkrankenhaus Soest). Eine gemeinsame Publikation im Fachjournal Diabetes Care ist für 2011 geplant.

Des Weiteren arbeitet die Kommission an sektorenübergreifenden Konzepten zur besseren Überleitung operierter Diabetiker mit Fußproblemen vom Krankenhaus in den ambulanten Sektor. Mehrere Publikationen über dieses Case Management, welches die ambulanten Versorgungsstrukturen nach klinischen Qualitätskriterien organisiert, sind bereits erschienen bzw. werden in 2011 publiziert.

Die Kommission Diabetischer Fuß bemüht sich, den politischen Stellenwert der DGG zu steigern und die Zusammenarbeit mit Diabetologen, Angiologen, Radiologen, Allgemeinchirurgen und Orthopäden zu verbessern. Nur ein interdisziplinärer Behandlungsansatz kann zum Erfolg führen.