Kommission für Weiterbildung

Die Qualität der Medizinerausbildung im Fach Gefäßchirurgie zum einen, aber auch die Planbarkeit/Strukturierung von Ausbildungsinhalten und - abschnitten zum anderen sind das Anliegen und der Auftrag der Weiterbildungskommission der DGG.
Die Kommission hat ein (Muster)Weiterbildungskonzept zum Facharzt/-in für Gefäßchirurgie entworfen und publiziert (1, 2) das zum einen dem Weiterbildungsermächtigten ein Gerüst zur strukturierten Ausbildung an die Hand geben soll, aber auch zum anderen den Weiterbildungsassistenten/-innen eine Übersicht der Weiterbildungsinhalte des allumfassenden Gebietes der Gefäßmedizin (konservativ, präventiv, diagnostisch und therapeutisch - sowohl endovaskulär als auch klassisch offen chirurgisch) ermöglicht.

Kontakt

PD. Dr. med. Farzin Adili

Klinikum Darmstadt
Klinik für Gefäßmedizin - 
Gefäßchirurgie und Endovascularchirurgie
Grafenstr. 9
64283 Darmstadt

Tel: 06151-107-8000
Fax: 06151-107-8005
E-Mail: farzin.adili [at] klinikum-darmstadt.de

 

 

Die Aufgabe der Kommission war die Erstellung eines Weiterbildungscurriculums, welches ein Leitfaden für Ausbilder und Auszubildende sein soll! Die Einsicht in das sehr vielfältige Ausbildungsangebot soll motivierende Akzente setzen und Neugier an unserem faszinierenden und modernen Fach erwecken. Besonders junge Mediziner und Studenten in der "Fachfindungs"-Phase sollen damit angesprochen werden.

Nach der derzeitigen gültigen Weiterbildungsordnung erfolgt die Facharzt-Weiterbildung zum Gefäßchirurgen/-in über einen Zeitraum von 4 Jahren nach vorausgegangenen 2 Jahren Weiterbildungszeit im sog. "Common Trunk" Chirurgie. Das Weiterbildungskonzept der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin baut auf den erlernten Basiskenntnissen/-Fertigkeiten aus dem "Common Trunk" Chirurgie (z. B. allgemeine und fachübergreifende Grundkenntnisse im Fach Chirurgie, Basiskenntnisse handwerklicher chirurgischer Tätigkeiten, Ausübung von Stationsdienst-Tätigkeiten, Grundkenntnisse bei ambulanten Tätigkeiten und in der Intensivmedizin) auf. In der 4- jährigen Facharztweiterbildungszeit sollen Lerninhalte und Fähigkeiten aus dem Bereich Gefäßchirurgie/Gefäßmedizin gestaffelt und aufbauend vermittelt werden.

Die Tabelle 1 zeigt die Lern- und Weiterbildungsinhalte, verteilt auf die 4 Jahre Spezialausbildung, aufbauend auf die 2 Jahre "Common trunk" Chirurgie-Ausbildung.

Die 4 Säulen bilden das gesamte Spektrum der gefäßmedizinischen Tätigkeiten ab, angefangen von der für das Fach ureigenen gefäßchirurgischen Tätigkeiten, über die endovaskulären Fertigkeiten, über Kenntnisse und Befähigungen im Bereich der Gefäßdiagnostik bis hin zur konservativen/angiologischen Therapie. Die einzelnen Lerninhalte und Fertigkeiten sind in den Publikationen 1 und 2 aufgelistet. Um standardisierte Grundkenntnisse und Fertigkeiten zu erlangen, werden gezielte Fortbildungsprogramme (siehe Angebote der Private Akademie DGG gGmbH) in das Ausbildungskonzept mit aufgenommen.

Der drohende Ärztemangel und die zu erwartende Zunahme an versorgungspflichtigen Gefäßerkrankungen entfachen einen Kampf um den ärztlichen Nachwuchs. Die Mangelsituation bedingt ein Umdenken im Weiterbildungsangebot. Nur über ein strukturiertes Weiterbildungskonzept können überhaupt noch interessierte Medizinstudenten/-innen, Jungärzte und -ärztinnen nach Familiengründung mit Kindern an ein Fach wie der Gefäßchirurgie herangeführt und dafür begeistert werden.
Studien im Bezug auf Karriere- (Weiterbildungs-)Förderung haben gezeigt, dass diese kontinuierlich, strukturiert und institutionalisiert erfolgen müssen, um Assistenzärzte/-innen in einer Weiterbildung zu halten und um das Potenzial gut ausgebildeter Ärzte/-innen besser nutzen zu können. Sowohl im Rahmen der Weiterbildung, als auch im normalen ärztlichen Berufsleben müssen Arbeitszeitmodelle geschaffen werden, in denen Beruf und Familie, sowie auch Familie, Kind und Beruf miteinander vereinbar sind. Nur so kann ein chirurgischer Beruf und insbesondere die Gefäßchirurgie attraktiv gemacht werden und bleiben! Mit dem (Muster-)Weiterbildungskonzept der DGG ist ein Orientierungsrahmen geschaffen, um eine strukturierte Weiterbildung anzubieten und moderne Arbeitszeitmodelle verwirklichen zu können.

Literatur:

1. Hupp T. et. al. (2010) Musterweiterbildungskonzept zum Facharzt/-in für Gefäßchirurgie. Ein Vorschlagsmodell der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin zu strukturierten und ganzheitlichen Weiterbildungsinhalten. Gefäßchirurgie 15: 603-610.

2. Flessenkämper I., Görtz H., Hupp T. (2010) Die Einbettung der Ausbildung in interventionellen Techniken in ein Musterweiterbildungscurriculum zur Gefäßchirurgie. Gefäßchirurgie 15: 361-365.

 

Mitglieder der Kommission sind:

  • PD Dr. med. Farzin Adili (Darmstadt) (Leitung)
  • Prof. Dr. med. Marko Aleksic (Köln)
  • Dr. med. Frank Baltussen (Heilbronn)
  • Prof. Dr. med. Dittmar Böckler (Heidelberg)
  • Prof. Dr. med. E. Sebastian Debus (Hamburg)
  • PD Dr. med. Johannes Gahlen (Ludwigsburg)
  • Prof. Dr. med. Thomas Koeppel (Hamburg)
  • Dr. med. Alexander Oberhuber (Düsseldorf)
  • Dr. med. Sonja Pinto Escoval (Bonn)
  • Dr. med. Wilhelm Schäberle (Göppingen)
  • Prof. Dr. med. Gernold Wozniak (Bottrop)