Kommission für Weiterbildung

Die Qualität der Medizinerausbildung im Fach Gefäßchirurgie zum einen, aber auch die Planbarkeit/Strukturierung von Ausbildungsinhalten und -abschnitten zum anderen sind das Anliegen und der Auftrag der Weiterbildungskommission der DGG.

Das (Muster)Weiterbildungskonzept soll zum einen den Weiterbildungsermächtigten im Fach „Gefäßchirurgie“ ein Gerüst zur strukturierten Ausbildung an die Hand geben, soll aber auch auf der anderen Seite den Weiterbildungsassistenten/ innen eine Übersicht der Weiterbildungsinhalte des allumfassenden Gebietes der Gefäßmedizin (konservativ, präventiv, diagnostisch und therapeutisch sowohl endovaskulär als auch offen chirurgisch) ermöglichen. Das Weiterbildungscurriculum soll insbesondere in seiner ausführlichen Darstellung das vielfältige Ausbildungsangebot im Fach Gefäßchirurgie/Gefäßmedizin darstellen und die Neugier an unserem faszinierenden und modernen Fach erwecken. Besonders junge Mediziner und Studenten in der „Fachfindungs“-Phase sollen damit angesprochen werden.

Kontakt

PD. Dr. med. Farzin Adili

Klinikum Darmstadt
Klinik für Gefäßmedizin - 
Gefäßchirurgie und Endovascularchirurgie
Grafenstr. 9
64283 Darmstadt

Tel: 06151-107-8000
Fax: 06151-107-8005
E-Mail: farzin.adili [at] klinikum-darmstadt.de

 

 

Die letzte und aktuell gültige (Muster)Weiterbildungsordnung stammt aus dem Jahr 2003 mit einer Ergänzung 2007. Da sich seither in vielen Bereichen der Chirurgie komplett neue diagnostische und therapeutische Prozeduren und Strategien etabliert haben, erhielten die chirurgischen Fachgesellschaften 2010 den Auftrag, bis 2011 die Weiterbildungsinhalte an die neuen Gegebenheiten anzupassen und diese in Module einzubauen, die unter Umständen auch fachübergreifend erworben werden könnten. Die Weiterbildungskommission der DGG hat daraufhin das sog. 4-Säulen-Modell mit vier Weiterbildungsschwerpunkten, aufbauend auf der „Common Trunk“-Chirurgie entworfen.

Dieses neue Weiterbildungskonzept im Modularcharakter unter Einbeziehung der neuen endovaskulären Techniken wurde ausgearbeitet und 2010 publiziert und in einem Positionspapier die 4 Säulen/Bereiche der Tätigkeiten im Fach Gefäßchirugie/-Medizin festgehalten. Noch vor Eingang der neu aufgestellten MWBO hat die Bundesärztekammer jedoch beschlossen, die (Muster)Weiterbildung ganz grundlegend zu ändern und zwar aufgegliedert in sog. Kompetenzmodelle. Das neue Modell soll flexibel Weiterbildungsinhalte und Versorgungsrealitäten abbilden. Nicht die nummerische Anzahl von durchgeführten diagnostischen Untersuchungen oder operativen und endovaskulären Tätigkeiten sollen entscheidend sein, sondern die erworbene Kompetenz. Daraufhin hat die Weiterbildungskommission der DGG die neu aufgestellte Weiterbildung mit dem 4-Säulen-Modell in Kompetenzmodule umgewandelt und bereits 2013 publiziert.

Um die so geforderten und standardisierten Grundkenntnisse und Fertigkeiten zu erlangen, bietet die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin in ihrer „Privaten Akademie DGG“ (www.akademie-dgg.de) gezielte Fort- und Weiterbildungsprogramme für die geforderten Ausbildungskonzepte an. Das Engagement für das Ausarbeiten von Weiterbildungskonzepten ist ein Hauptanliegen der DGG, denn nur über ein strukturiertes Weiterbildungskonzept können interessierte Medizinstudenten/-innen und Jungärzte/-innen, auch der sogar besonders nach Familiengründung mit Kindern in Teilzeitarbeit an das Fach „Gefäßchirurgie“ herangeführt und dafür auch begeistert werden. Nur strukturierte und institutionalisierte Aus- und Weiterbildungskonzepte vermögen unsere jungen Assistenzärzte/- innen in einer Weiterbildung zu halten und damit unseren Nachwuchs zu sichern. Mit den zwei neuen (Muster)Weiterbildungskonzepten der DGG, mit dem Modulkonzept (4-Säulen-Modell) und dem neuen Kompetenzmodell, haben wir für unseren Nachwuchs ein Orientierungsrahmen geschaffen, um eine strukturierte Weiterbildung anzubieten und moderne Arbeitszeitmodelle verwirklichen zu können.

Das Einreichen der von uns ausgearbeiteten Weiterbildungsmodelle ist erfolgt, ein definitiver Beschluss zur Einführung durch die Bundesärztekammer ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht getätigt.

Mitglieder der Kommission sind:

  • PD Dr. med. Farzin Adili (Darmstadt) (Leitung)
  • Prof. Dr. med. Marko Aleksic (Köln)
  • Dr. med. Frank Baltussen (Heilbronn)
  • Prof. Dr. med. Dittmar Böckler (Heidelberg)
  • Prof. Dr. med. E. Sebastian Debus (Hamburg)
  • PD Dr. med. Johannes Gahlen (Ludwigsburg)
  • Prof. Dr. med. Thomas Koeppel (Hamburg)
  • Dr. med. Alexander Oberhuber (Düsseldorf)
  • Dr. med. Sonja Pinto Escoval (Bonn)
  • Dr. med. Wilhelm Schäberle (Göppingen)
  • Prof. Dr. med. Gernold Wozniak (Bottrop)

Die 4 Säulen bilden das gesamte Spektrum der gefäßmedizinischen Tätigkeiten ab, angefangen von der für das Fach ureigenen gefäßchirurgischen Tätigkeiten, über die endovaskulären Fertigkeiten, über Kenntnisse und Befähigungen im Bereich der Gefäßdiagnostik bis hin zur konservativen/angiologischen Therapie. Die einzelnen Lerninhalte und Fertigkeiten sind in den Publikationen 1 und 2 aufgelistet. Um standardisierte Grundkenntnisse und Fertigkeiten zu erlangen, werden gezielte Fortbildungsprogramme (siehe Angebote der Private Akademie DGG gGmbH) in das Ausbildungskonzept mit aufgenommen.

Der drohende Ärztemangel und die zu erwartende Zunahme an versorgungspflichtigen Gefäßerkrankungen entfachen einen Kampf um den ärztlichen Nachwuchs. Die Mangelsituation bedingt ein Umdenken im Weiterbildungsangebot. Nur über ein strukturiertes Weiterbildungskonzept können überhaupt noch interessierte Medizinstudenten/-innen, Jungärzte und -ärztinnen nach Familiengründung mit Kindern an ein Fach wie der Gefäßchirurgie herangeführt und dafür begeistert werden.
Studien im Bezug auf Karriere- (Weiterbildungs-)Förderung haben gezeigt, dass diese kontinuierlich, strukturiert und institutionalisiert erfolgen müssen, um Assistenzärzte/-innen in einer Weiterbildung zu halten und um das Potenzial gut ausgebildeter Ärzte/-innen besser nutzen zu können. Sowohl im Rahmen der Weiterbildung, als auch im normalen ärztlichen Berufsleben müssen Arbeitszeitmodelle geschaffen werden, in denen Beruf und Familie, sowie auch Familie, Kind und Beruf miteinander vereinbar sind. Nur so kann ein chirurgischer Beruf und insbesondere die Gefäßchirurgie attraktiv gemacht werden und bleiben! Mit dem (Muster-)Weiterbildungskonzept der DGG ist ein Orientierungsrahmen geschaffen, um eine strukturierte Weiterbildung anzubieten und moderne Arbeitszeitmodelle verwirklichen zu können.

Literatur:

1. Hupp T. et. al. (2010) Musterweiterbildungskonzept zum Facharzt/-in für Gefäßchirurgie. Ein Vorschlagsmodell der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin zu strukturierten und ganzheitlichen Weiterbildungsinhalten. Gefäßchirurgie 15: 603-610.

2. Flessenkämper I., Görtz H., Hupp T. (2010) Die Einbettung der Ausbildung in interventionellen Techniken in ein Musterweiterbildungscurriculum zur Gefäßchirurgie. Gefäßchirurgie 15: 361-365.

 

Mitglieder der Kommission sind:

  • PD Dr. med. Farzin Adili (Darmstadt) (Leitung)
  • Prof. Dr. med. Marko Aleksic (Köln)
  • Dr. med. Frank Baltussen (Heilbronn)
  • Prof. Dr. med. Dittmar Böckler (Heidelberg)
  • Prof. Dr. med. E. Sebastian Debus (Hamburg)
  • PD Dr. med. Johannes Gahlen (Ludwigsburg)
  • Prof. Dr. med. Thomas Koeppel (Hamburg)
  • Dr. med. Alexander Oberhuber (Düsseldorf)
  • Dr. med. Sonja Pinto Escoval (Bonn)
  • Dr. med. Wilhelm Schäberle (Göppingen)
  • Prof. Dr. med. Gernold Wozniak (Bottrop)