Kommission Dialysezugänge

Zurzeit sind in Deutschland etwa 80.000 Patienten auf eine chronische Nierenersatztherapie angewiesen, ca. 80% davon auf die Hämodialyse. Die Zahl der Betroffenen wächst, wie in allen industrialisierten Ländern, auch bei uns deutlich (ca. 5%/Jahr). Ursachen sind die demographische Entwicklung und der rasch zunehmende Anteil von Diabetikern in unserer Gesellschaft. Dieser Entwicklung Rechnung tragend haben national und international die an der Behandlung beteiligten medizinischen Fachgesellschaften (Nephrologen, Radiologen, Angiologen, Gefäßchirurgen) ihre edukatorischen und wissenschaftlichen Programme um die Thematik erweitert – so auch die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin. Im Jahr 2010 wurde folgerichtig die Kommission „Dialysezugänge“ neu gegründet.
Die Kommission Dialysezugänge ist unsere jüngste Kommission und wurde in 2011 offiziell aufgestellt. Der ehemalige Leiter der Kommission hat maßgeblich die Leitlinien „Shuntchirurgie“ der DGG mit erarbeitet. Gleichzeitig war er zusammen mit weiteren Gefäßchirurgen sowie mit Delegierten der Deutschen Gesellschaften für Angiologie (DGA), Interventionellen Radiologie (DEGIR) und Nephrologie (DGfN) an der Erstellung interdisziplinärer Empfehlungen beteiligt. In Zusammenarbeit mit Vertretern der nephrologischen Pflege und den genannten Fachgesellschaften entstanden „Pflegeempfehlungen zum Thema Dialysezugänge“.

Kontakt

Prof. Dr. med. Richard Kellersmann

Universitätsklinikum Würzburg

Zentrum für Operative Medizin
Gefäßchirurgie - Endovaskuläre Chirurgie

Oberdürrbacherstr. 6

97080 Würzburg

Tel: 0931 201-31051

fax: 0931 201-31029

E-Mail:

Auf diesen Vorarbeiten aufbauend hat sich die Kommission „Dialysezugänge“ unter neuer Leitung als nächste Aufgabe, wiederum im engen Dialog mit den genannten Fachgesellschaften, die Etablierung gemeinsamer Qualitätsstandards zur Zertifizierung interdisziplinärer Zentren für Dialysezugänge gestellt. Gemeinsam mit der DGfN, der DGA und der DeGIR wurde ein Katalog zur Abfrage inhaltlicher und struktureller Kriterien für den Zertifizierungsprozess entwickelt und konsentiert. Die Präambel dieses Konsens definiert als zentrale Aufgabe, eine qualitativ hochwertige und flächendeckende Bedarfsdeckung bei der Anlage und dem Erhalt von Hämodialysezugängen zu erreichen. Inhaltlich wird dieses Ziel durch die Möglichkeit einer Abstufung des Zertifizierungslevels in Regional- und Referenzzentren realisiert. Wesentlicher Meilenstein der Zertifizierung ist ein Register zur Qualitätskontrolle, das erstmalig repräsentative Daten zu Dialysezugängen in Deutschland bieten wird. Als aktuelle Herausforderung dieses Projektes steht die Schaffung der administrativen Strukturen und juristischen Voraussetzungen für eine langfristig stabile, interdisziplinäre Zusammenarbeit auf dem Plan.

Mitglieder der Kommission sind:

  • Prof. Dr. med. Richard Kellersmann (Würzburg) (Leitung)
  • Dr. med. Ernst Ulrich Mertler (Berlin)
  • Dr. med. Volker Mickley (Rastatt)
  • Prof. Dr. med. Thomas Schmitz-Rixen